Gewinn- und Verlustrechnung: Worauf Sie als Aktionär und Investor achten sollten

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Investoren und Aktionäre möchten wissen, ob das Unternehmen im Geschäftsjahr erfolgreich war und einen Gewinn erzielt hat. Nur wenn ein Gewinn erwirtschaftet wurde, besteht die Möglichkeit einer Dividendenzahlung. Neben Investoren und Aktionären interessieren sich auch Kreditgeber für den Erfolg des Unternehmens.

Der Gesetzgeber verpflichtet die Unternehmen dazu, dass sie über ihre wirtschaftlichen Aktivitäten Buch führen. Am Ende eines Geschäftsjahres müssen die Unternehmen einen Jahresabschluss erstellen. Der Jahresabschluss besteht aus der Bilanz und der GuV. Durch diese Verpflichtung erzeugt der Gesetzgeber eine Transparenz. Die Unternehmen müssen in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) den wirtschaftlichen Erfolg darstellen.

Inhalt der GuV
Die GuV beinhaltet alle Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens während des Geschäftsjahres. Das Geschäftsjahr ist vielfach gleich mit dem Kalenderjahr (01.01. – 31.12.), abweichende Periodenzeiträume (01.07. bis 30.06. des Folgejahres) sind möglich. Erträge entstehen vor allem aus dem operativen Geschäft, also durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Damit das Unternehmen seine Leistungen verkaufen kann, sind gewisse Vorarbeiten erforderlich. Rohstoffe oder Teilprodukte müssen angeschafft werden, Löhne und Gehälter sind zu zahlen. All diese Ausgaben sind Aufwand für das Unternehmen.

In der GuV werden alle Aufwendungen mit den Erträgen verrechnet, das Ergebnis zeigt dann ob das Unternehmen einen Gewinn oder einen Verlust erwirtschaftet hat. Dabei werden in der GuV die Erträge und Aufwendungen in Oberpunkten zusammengefasst.

Die wichtigsten Ertragsarten sind:
• Umsatzerlöse
• Erträge aus Finanzgeschäften
• Außergewöhnliche Erträge

Die wichtigsten Aufwendungen sind:
• Materialaufwand
• Personalkosten
• Mietausgaben
• Steuern
• Außergewöhnliche Aufwendungen

Darstellung der GuV
Die Darstellung der GuV erfolgt üblicherweise in Tabellenform. Den Aufbau dieser Tabelle regeln gesetzliche nationale oder internationale Richtlinien, beispielsweise in Deutschland das HBG. Große börsennotierte Unternehmen erstellen ihre GuV nach internationalen Standards. Ziel aller Richtlinien ist es ein transparentes und einheitliches Regelwerk zu erstellen. Aktionäre und Investoren können somit verschieden Unternehmen miteinander vergleichen.

Der Aufbau der GuV sieht üblicherweise wie folgt aus:

Umsatzerlöse
./. Materialaufwand
./. Personalkosten
./. sonstige betriebliche Aufwendungen
= Betriebsergebnis (EBIT)
+ Finanzerträge
./. Finanzaufwendungen
= Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
+ außergewöhnliche Erträge
./. außergewöhnliche Aufwendungen
= Jahresüberschuss

Ist das Jahresergebnis positiv hat das Unternehmen einen Gewinn erzielt, ein Verlust liegt vor wenn es negativ ist. Die GuV-Darstellung ermöglicht es, Unternehmen verschiedener Größen miteinander zu vergleichen.

Aussagekraft der Gewinn- und Verlustrechnung
Aus der GuV lässt sich ersehen, ob das Unternehmen erfolgreich war und einen Jahresüberschuss oder einen Jahresfehlbetrag erzielt hat. Durch die Zwischenergebnisse lassen sich weitere Feststellungen machen. Das Betriebsergebnis (EBIT) zeigt, ob das Unternehmen im operativen Geschäft erfolgreich war. Entsteht hier ein Verlust, zeigt dies, dass das Unternehmen seine Leistungen unrentabel erbringt. Entweder sind die Verkaufspreise zu niedrig, oder der Betriebsaufwand zu hoch. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zeigt, in wie weit Finanzerträge und Finanzaufwendungen das Betriebsergebnis verändert haben. Somit liefert die GuV auch in struktureller Hinsicht Ergebnisse zur Erfolgsbeurteilung des Unternehmens.

Um die GuV beurteilen zu können reicht es nicht sie allein zu bewerten. Sinnvoll ist ein Zeitvergleich. Hierzu vergleicht man die GuV mehrerer Jahre. Hierbei kann man erkennen wie sich die einzelnen Teilergebnisse und der Jahresüberschuss entwickelt haben. Schwachpunkte des Unternehmens können hierbei besonders gut entdeckt werden.

Die GuV-Ermittlung ist neben der allgemeinen Betrachtung Ausgangspunkt für die Ermittlung weiterer Erfolgskennzahlen. Gerade für Aktienanalysen werden Erfolgskennzahlen ermittelt, um Kurspotentiale kenntlich zu machen. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) setzt den Gewinn je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs. Auch die Cash-Flow-Ermittlung und das KCV (Kurs-Cash-Flow-Verhältnis) basiert auf der GuV-Rechnung. Für die Zukunftsbetrachtung ist die GuV des Jahresabschlusses nur eingeschränkt tauglich, sie ist eine Vergangenheitsbetrachtung.

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