Immobilienfonds – Die Grundlagen

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Immobilienfonds – Die Grundlagen
Immobilienfonds sind in der Gunst der Anleger massiv gesunken – zu oft fielen sie durch negative Schlagzeilen auf. Große Immobilienfonds befinden sich in der Abwicklung. Andererseits suchen viele Menschen in Zeiten unsicherer Wirtschaftsdaten eine Anlage in „Betongold“. Sind Immobilienfonds als Kapitalanlage eine Alternative?

Das Prinzip der Immobilienfonds
Immobilienfonds sind Unternehmen, die Kapital mehrerer Anleger einsammeln, um es in Immobilien zu investieren. Die Anleger beteiligen sich mit begrenztem Kapitaleinsatz an Sachwerten.

Geschlossene Immobilienfonds investieren das Kapital meist nur in eine einzige Immobilie, zum Beispiel ein Bürogebäude, ein Hotel oder ein Einkaufszentrum. Ist das für den Erwerb benötigte Geld beisammen, wird der Fonds geschlossen. Die Anleger zeichnen als Kommanditisten eine unternehmerische Beteiligung. Wurden geschlossene Fonds zunächst primär als Steuersparmodelle aufgelegt, so entwickelten sie sich mehr und mehr zu interessanten Renditeobjekten. Der Anleger muss sich aber darüber klar sein, dass er das Risiko eines Totalverlustes trägt: Findet ein Gebäude keine Mieter, ein Hotel keine Gäste, können Betriebskosten aus vorhandenen Einnahmen nicht gedeckt werden, kann die Anlage trotz vorhandener Sachwerte im Extremfall wertlos sein. Bei Auslandsimmobilien ist zudem das Währungsrisiko zu bedenken. Geschlossene Immobilienfonds sind damit nur für Anleger geeignet, die die Renditechancen der angebotenen Immobilie wirklich beurteilen können und für die auch ein erheblicher Wertverlust finanziell zu verkraften ist.

Offene Immobilienfonds ähneln Aktienfonds, nur dass man mit seinem Geld Anteile an Immobilien kauft. Im Gegensatz zu den geschlossenen Fonds geht das auch mit kleinen Geldbeträgen. Die Anteile sind handelbar, man kann also im Normalfall jederzeit Anteile zukaufen und auch wieder verkaufen. Durch den Erwerb vieler Immobilien wird das Risiko sinnvoll gestreut.

Der Grund für die Krise
Der Vorteil, Anteile an offenen Fonds schnell und einfach handeln zu können, hat sich aus Sicht der Fondsgesellschaft zu einem großen Risiko entwickelt. Immobilienmanagement betreibt man langfristig – wenn aber viele oder große Anleger Geld abziehen, ist der Fonds zum Erhalt der Liquidität gezwungen, Immobilien zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen. Der Fonds kann sich zwar durch eine kurzfristige Schließung schützen – die Anleger bekommen für eine begrenzte Zeit kein Geld zurück -, sind diese Möglichkeiten aber ausgeschöpft, muss der Fonds aufgelöst werden. Da die Immobilien dann unter Druck verkauft werden müssen, kann es zu erheblichen Wertverlusten kommen.

Eine gesetzliche Regelung zu Haltefristen verhindert mittlerweile den Einsatz offener Immobilienfonds als Ersatz für Tagesgelder. Immobilienfonds als Kapitalanlage sind mit den neuen Regeln zum Anlegerschutz bedeutend sicherer und für den privaten Kapitalanleger mit mittel- oder langfristigem Anlagehorizont wieder interessant geworden.

(Foto: oonightshiftoo / Piqza.de)

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